Materialbestellung

Material anfordern
 

Vorbereitung des Patienten

Vor Blutentnahmen sollte die letzte Fütterung des Patienten 10 – 12 Stunden zurückliegen. Bei landwirtschaftlichen Nutztieren und Pferden ist dies in der Regel nicht möglich. Eine kürzlich vor der Blutentnahme stattgefundene Futteraufnahme kann zu einer Verfälschung einiger Laborparameter führen. Hiervon sind insbesondere Glucose, Harnstoff, Fette und Phosphate betroffen.
Auch Aufregung und körperliche Anstrengung kann zu einer Beeinflussung von Laborwerten führen. Insbesondere Erythrozytenzahl und Leukozytenzahl sowie der Glucose-, Serum-Laktat- und Pyruvat-Gehalt, Stresshormone und Muskelparameter (z.B. CK) können beeinflusst werden.
Nicht zuletzt können auch Medikamente die Untersuchungsergebnisse in verschiedenster Form beeinflussen.

Blutproben

Serumgewinnung

Die Probengewinnung erfolgt mittels Röhrchen ohne Gerinnungshemmer. Nach der Blutentnahme das Vollblut ca. 30 min bei Raumtemperatur zur vollständigen Gerinnung stehen lassen, Blutkuchen vorsichtig vom Rand lösen, dann bei etwa 3000 U/min 5-10 min zentrifugieren und den Überstand (Serum) in das Versandröhrchen überführen.

Plasmagewinnung

Die Probengewinnung erfolgt mittels Röhrchen mit Gerinnungshemmer (Heparin, EDTA, Citrat). Das Blut kann sofort nach Entnahme bei etwa 3000 U/min für 5-10 min zentrifugiert werden. Der Überstand (Plasma) wird in das Versandröhrchen überführt und bei Bedarf (z.B. Gerinnungsparameter) eingefroren.

Welche Blutprobe für welche Untersuchung?

EDTA-Blut

EDTA-Blut ist insbesondere für hämatologische Untersuchungen (z.B. kleines oder großes Blutbild, Blutparasiten) erforderlich.
Für klinisch-chemische Untersuchungen ist EDTA-Blut nur bedingt geeignet, da der Komplexbildner EDTA hier einige Parameter verfälschen kann.

Serum

Für die Durchführung klinisch-chemischer Parameter sowie serologischer und immunologischer Untersuchungen wird in der Regel Serum benötigt.

Plasma

Plasma wird z.B. für die Untersuchung auf Gerinnungsparameter benötigt.

Vollblut

Es ist möglich Vollblut einzusenden, dabei ist jedoch zu bedenken, dass es auf dem Transport zu einer Hämolyse kommen kann, was wiederum zu einer Verfälschung von Untersuchungsergebnissen führen kann.

Besonderheiten

Glucose- und Lactatbestimmung

Für die Bestimmung von Glucose und Lactat wird Natrium-Fluorid-Blut benötigt.

Gerinnung

Für die Bestimmung der Gerinnungsparameter ist die Einsendung von gekühltem Citrat-Plasma notwendig.

ACTH-Bestimmung

Um ein zuverlässiges Ergebnis bei der ACTH-Bestimmung zu gewährleisten, empfiehlt sich die Einsendung von gefrorenem oder gekühltem, zentrifugiertem EDTA-Plasma.

Insulin

Um ein zuverlässiges Ergebnis bei der InsulinBestimmung zu gewährleisten, empfiehlt sich die Einsendung von gefrorenem oder gekühltem, abzentrifugiertem Serum

Störfaktoren

Einige Veränderungen des Blutes können zu einer Verfälschung, bzw. Beeinflussung der Laborergebnisse führen:

Hämolyse

Als Hämolyse bezeichnet man die rötliche Verfärbung des Serums oder Plasmas durch den Austritt von Blutfarbstoffen aus zerstörten Erythrozyten. Sie führt zu einer Beeinflussung und Verfälschung vieler Laborergebnisse, wie z.B. Hämatokrit, Erythrozytenzahl, Hämoglobin, MCHC, K, Mg, Fe, PO4, Ca, CK, LDH, AST, ALT, GLDH, GGT, Bilirubin, AP, Kreatinin, Cholesterin, Glucose, Fructosamin und weitere, photometrisch bestimmt Parameter. Auch Hormonanalysen und serologische Parameter können beeinträchtigt sein. Die Hämolyse kann intra vitam, z.B. im Rahmen einer hämolytischen Anämie, entstehen. Häufig sind aber präanalytische Faktoren, wie unsachgemäße Blutabnahmetechnik, zu starkes Erwärmen und eine zu starke Zentrifugation nach der Entnahme verantwortlich.

Lipämie

Als Lipämie bezeichnet man die milchig-trübe Verfärbung des Serums durch mikroskopisch kleine Fetttröpfchen. Eine Lipämie führt zu einer Beeinflussung und Verfälschung einiger Parameter, wie z.B. AST, AP, Bilirubin, Glucose, Ca, PO4, Gesamteiweiß, Lipide, Hämoglobin, Albumin, Na, Cl, oder K. Um eine physiologische Lipämie von einer pathologischen zu unterscheiden, ist, soweit möglich, eine Nahrungskarenz von 10 – 12 Stunden vor der Blutabnahme einzuhalten.

Bilirubinämie

Als Bilirubinämie bezeichnet man die gelbliche Verfärbung der Probe durch einen erhöhten Gehalt an Gallefarbstoffen. Ikterisch verfärbte Proben können zu einer Beeinträchtigung von AP, Gesamteiweiß, Cl, K, PO4, Triglyceriden, Kreatinin und Mg führen. Eine Bilirubinämie kann durch Lebererkrankungen entstehen, ist beim Pferd jedoch auch physiologisch zu beobachten. Bilirubinämie ist nicht durch die Probenentnahmetechnik zu beeinflussen.

Glykolyse

Durch die erythrozytäre Glykolyse wird die in der Probe erhaltene Glucose abgebaut und kann damit zu einer Verfälschung des Glucose-Wertes führen. Dies kann durch eine schnelle Abzentrifugation des Serums/Plasmas oder der Verwendung von Natrium-Fluorid-Röhrchen vermieden werden.

Mikrobiologische Proben

Bei mikrobiologischen Proben sollte auf eine sterile Entnahme geachtet werden, um eine sekundäre Kontamination zu vermeiden. Für optimale Resultate sollte der Tupfer sofort nach der Entnahme in ein Transportmedium verbracht werden und möglichst schnell in das Labor geschickt werden.

Abstriche (Tupfer)

Die Tupfer sollten am Übergang von gesundem zu krankem Gewebe, möglichst tief, entnommen werden. Kontaminationen sind zu vermeiden und für den Transport ist ein Tupfer mit Transportmedium zu verwenden.

Urin

Urin sollte mittels Urikult in einem sterilen Röhrchen versandt werden, alternativ ist auch ein Tupfer aus dem Urin in Transportmedium möglich.

Hautgeschabsel oder Haare

Hautgeschabsel oder Haare für eine Untersuchung auf eine Dermatomykose sollten in einer kleinen Tüte oder einem sonstigen, verschlossenen Gefäß versandt werden.

Bronchio-alveoläre Lavage und transtracheales Aspirat

Die Nachweisrate respiratorischer Pathogene ist hier höher als bei der Verwendung von Abstrichen aus dem oberen Respirationstrakt. Das Aspirat in sterilen Gefäßen auffangen und möglichst schnell in das Labor schicken.

Blutkultur

Bei Verdacht auf eine Bakteriämie ist eine Blutkultur angezeigt. Entsprechende Blutkulturflaschen können Sie bei uns anfordern. Bei der Probenentnahme sollte strikt steril gearbeitet werden.

Kotproben

Die Kotproben sollten in dafür vorgesehene, sterile Kotröhrchen verbracht werden und zu ca. 2/3 befüllt werden. Kontaminationen (z.B. Katzenstreu, Gras, etc.) sollten vermieden werden.

Molekularbiologische Proben

Proben für eine PCR-Untersuchung sollten aus der entsprechenden Lokalisation entnommen werden, in denen der Erreger zu erwarten ist.
Wegen der hohen Sensitivität der PCR sollten unbedingt sterile Röhrchen und Entnahmebestecke verwendet werden, um eine Kontamination und falsch-positive Ergebnisse zu vermeiden.
Die Proben sollten bis zum Versand bei 4°C aufbewahrt werden, können jedoch ungekühlt verschickt werden.

Abstriche (Tupfer, Bürstchen)

Bitte sterile und trockene Tupfer (kein Transportmedium!) oder Bürstchen verwenden und in einem sterilen, unbeschichteten Versandgefäß verschicken.

Biologische Flüssigkeiten
(Synovia, Liquor, Punktat, Urin,…)

Bitte steril entnehmen und in einem sterilen, unbeschichteten Versandgefäß verschicken

EDTA-Blutproben

Bitte nicht einfrieren und kein Heparin-Blut verwenden.

Kotproben

Bitte in einem sterilen, unbeschichteten Kotprobenröhrchen verschicken.

Parasitologische Proben

Kot

Für eine parasitologische Untersuchung aus dem Kot werden mind. 5 Gramm Kot benötigt. Die Kotproben sollten in dafür vorgesehene, sterile Kotröhrchen verbracht werden und zu ca. 2/3 gefüllt werden. Kontaminationen (z.B. Katzenstreu, Gras, etc.) sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

Hautgeschabsel, Haare

Für eine Untersuchung auf Ektoparasiten sollte ein Hautgeschabsel oder Haare in einer kleinen Tüte oder einem sonstigen, verschlossenen Gefäß eingesandt werden.

Versand

Um eine sichere Zuordnung der Proben zu gewährleisten, sollten alle Probengefäße gekennzeichnet (z.B. mit Barcode), bzw. beschriftet werden.
Die gewünschten Untersuchungen sollten auf einem unserer Untersuchungsanträge „Klinische Chemie“ (gelb) oder „Bakteriologie und Parasitologie“ (grün) markiert werden.
Das Probenmaterial ist für den Versand auslaufsicher und bruchfest zu verpacken. Für den Versand sollten die bei uns erhältlichen Versandumschläge benutzt werden.