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Pankreasdiagnostik

Erkrankungen des exokrinen Pankreas - welche labordiagnostischen Untersuchungen sind sinnvoll?

Erkrankungen des exokrinen Pankreas werden häufig bei Hunden und mit zunehmender Häufigkeit auch bei Katzen beobachtet. Eine Rolle spielen hier vor allem die akute Pankreatitis, die Pankreasnekrose und die chronische, exokrine Pankreasinsuffizienz.

Klinisch zeigen sich im Rahmen einer pankreatischen Erkrankung häufig Erbrechen, abdominaler Schmerz, Nüchternhyperlipidämie und blutiger Durchfall oder Steatorrhoe. Im Folgenden soll darauf eingegangen werden, welche Laboruntersuchungen zur Abklärung von Pankreaserkrankungen sinnvoll sind.

Bei den routinemäßig untersuchten Blut- und Serumparametern (großes Blutbild, großes Organprofil) zeigt sich im Rahmen einer akuten Pankreatitis im Blutbild häufig eine Leukozytose. Im Organprofil können GPT/ALT und AP erhöht sein, was in der Nähe der Leber zum Pankreas und einer möglichen Gallengangsobstruktion begründet ist.

Amylase und Lipase sind im Serum ebenfalls häufig erhöht, es handelt sich bei diesen Enzymen jedoch nicht um rein Pankreas-spezifische Enzyme, so dass falsch positive und falsch negative Ergebnisse möglich sind. Auch Gastritiden, Hepatopathien, Ketoazidosen, Niereninsuffizienzen oder Neoplasien können zu einer Erhöhung von Amylase und Lipase im Serum führen. Zu beachten ist dabei, dass nur Werte, die das Dreifache der oberen Grenze des Referenzbereiches überschreiten, aussagekräftig und verdächtig für eine akute Pankreatitis oder Pankreasnekrose sind. Eine Erhöhung der Lipase im abdominalen Erguss ist hingegen spezifischer und spricht für das Vorliegen einer Pankreatitis.

Zur weiteren Abklärung einer Pankreaserkrankung stehen seit einiger Zeit neuere Untersuchungsparameter zur Verfügung, auf die im Folgenden eingegangen wird.

Die canine pankreatische Lipase (cPLI) und die feline pankreatische Lipase (fPLI) werden aus Serum bestimmt. Es handelt sich dabei um Pankreas-spezifische, sehr sensitive Parameter zum Nachweis einer akuten Pankreatitis. Werte über 250 µg/l sprechen darüber hinaus für das Vorliegen einer Pankreasnekrose. Bei einer chronischen Pankreatitis können cPLI und fPLI ebenfalls erhöht sein, jedoch nur kurzfristig und nicht so deutlich.

Die canine Trypsin-like Immunoreactivity (cTLI) und die feline Trypsin-like Immunoreactivity (fTLI) werden ebenfalls aus Blutserum bestimmt und stellen sehr sensitive, Pankreas-spezifische Parameter dar. Sie eignen sich insbesondere zur Diagnose einer chronischen Pankreasinsuffizienz. Während die TLI-Werte bei einer akuten Pankreatitis oder Pankreasnekrose erhöht sind, spricht eine Erniedrigung des TLI-Wertes für eine chronische Pankreasinsuffizienz.

Die fäkale, canine pankreatische Elastase wird aus dem Kot bestimmt. Eine Erniedrigung des Wertes unter 10 µg/g spricht dabei für eine chronische Pankreasinsuffizienz. In seltenen Fällen können erniedrigte Werte jedoch auch bei gesunden Tieren vorkommen.

Zusammenfassung:

Blutbild: Leukozytose bei akuter Pankreatitis oder Pankreasnekrose, aber nicht Pankreas-spezifisch

GPT/ALT und AP: Können bei Pankreaserkrankungen erhöht sein, aber nicht Pankreas-spezifisch

Amylase und Lipase im Serum: Aussagekräftig ist nur Erhöhung um das Dreifache, aber nicht immer Pankreas-spezifisch Lipase im Bauchhöhlenerguss: ↑ bei Pankreatitis

cPLI, fPLI: ↑ bei akuter Pankreatitis, Werte über 250 µg/l bei Pankreasnekrose

cTLI, fTLI: ↑ bei akuter Pankreatitis oder Pankreasnekrose, ↓ bei chronischer Pankreasinsuffizienz

Fäkale, canine pankreatische Elastase: ↓ bei chronischer Pankreasinsuffizienz

 

Quellen: Kraft, Dürr (2005): Klinische Labordiagnostik in der Tiermedizin, 6. Auflage, Schattauer Willard, Tvedten (2006): Labordiagnostik in der Kleintierpraxis, 1. Auflage, Elsevier Thomas Spillmann, Arbeitstagung der deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin 2010 in Bad Kissingen